Zustupf für Winterwanderwege

    Im Januar 2026 wurde der Post-Förderpreis zum zweiten Mal für Winterwanderwege vergeben. Damit unterstützt die Schweizerische Post als Hauptpartnerin des Verbands Schweizer Wanderwege Projekte zur korrekten Signalisation präparierter Winterpfade finanziell. Die Auszeichnung geht an die IG Schlittelstrecke Bühler im Kanton Appenzell Ausserrhoden und an die Luftseilbahn Niederbauen AG im Kanton Nidwalden.

    (Bild: © Schlittelstrecke Bühler) Winterwanderweg auf der Höhe Stritegg mit Blick in Richtung Rämsen/Bühler AR.

    Winterwanderwege sind eine attraktive Ergänzung des Wintersportangebots und gewinnen besonders in den Bergdestinationen immer mehr an Bedeutung. Bereits heute sind über 80 Prozent der rund vier Millionen Wanderinnen und Wanderer ganzjährig unterwegs. Dank der offiziellen pinken Markierungen der Winterwanderwege können sich die Wandernden unterwegs leicht orientieren und sich auf kontrollierte, präparierte Pfade verlassen. Gleichzeitig werden Wildtiere durch die Kanalisierung der Outdooraktiven vor für sie lebensbedrohlichen Störfaktoren geschützt.

    Die Wintersignalisation in Pink wird bereits seit Mitte der 1990er-Jahre empfohlen. Formell geregelt ist sie allerdings erst seit 2020, als der Leitfaden für die Planung, die Markierung und den Betrieb von Winter- und Schneeschuhwanderwegen vom Bundesamt für Strassen (ASTRA), von SchweizMobil und den Schweizer Wanderwegen publiziert wurde. Daher befindet sich die einheitliche Kennzeichnung der Winterpfade vielerorts noch im Aufbau. «Den Betreiberinnen und Betreibern fehlt jedoch oft das Geld für das Signalisationsmaterial und die Montage der Schilder», bemerkt Samuel Sigrist, Projektleiter beim Verband Schweizer Wanderwege und Mitglied der Fachjury. An dieser Stelle setzt der Post-Förderpreis an: «Ausgezeichnet werden Winterwanderwegprojekte, die für den langfristigen Betrieb angelegt sind und eine breite Zielgruppe ansprechen, die aber eine Finanzierungslücke aufweisen», so Samuel Sigrist. Ausgewählt wurden dieses Jahr zwei Projekte in Bühler AR und am Niederbauen NW. Sie profitieren von Unterstützungsbeiträgen von insgesamt 12’500 Franken.

    (Bild: zVg) Winterwanderweg auf dem Niederbauen in Richtung Alp Tritt mit Aussicht auf die Mythen.

    Neue Signalisation im Appenzeller Winterwunderland
    Die Interessensgemeinschaft Schlittelstrecke Bühler hat sich zum Ziel gesetzt, in den Wintermonaten eine Schlittelpiste zu betreiben und der Bevölkerung attraktive Winterwanderwege zur Verfügung zu stellen. Die Wanderstrecke zwischen Steigbach und Hohe Buche in der Gemeinde Bühler AR existiert bereits seit 2017. Zwei Jahre später wurde der Winterwanderweg bis nach Blatten in der Gemeinde Speicher verlängert. «Obwohl der Weg sehr beliebt ist, fehlte bis anhin eine professionelle Beschilderung», erklärt Peter Freund, Präsident der IG. Die für die Signalisation notwendigen 4’500 Franken stellten den Verein vor eine Herausforderung. Das Signalisationskonzept kann schliesslich 2026 dank der Finanzierung durch den Post-Förderpreis umgesetzt werden. «Die Präparierung des Wegs und alle weiteren Arbeiten rund um das Angebot erfolgen im Ehrenamt – da steckt viel Herzblut dahinter. Diesem Umstand wollten wir Rechnung tragen», begründet Samuel Sigrist. Der Winterwanderweg hat eine Gesamtlänge von rund 6 Kilometern und verläuft abschnittweise auf dem Themenweg «Rond om Bühler». Auf dem höchsten Punkt der Wanderung, auf 1130 m ü. M., besticht ein wunderbarer Blick auf den Alpstein. An klaren Tagen reicht die Sicht gar bis zum Bodensee und zu den Gipfeln der Innerschweiz. Der Weg eignet sich auch für wenig erfahrene Wandernde und Familien – ganz nach dem Motto «Sönd willkomm im Appenzeller Winterwunderland».

    Neue Winterangebote auf dem Niederbauen
    Die Wanderregion Niederbauen ist ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge – einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Gondel erreichbar, eröffnen sich in der Höhe atemberaubende Aussichten auf den Vierwaldstättersee und die Alpen. Nur ein Winterangebot für Fussgängerinnen und Fussgänger hat bisher gefehlt. Dem wirkt die Luftseilbahn Niederbauen AG nun entgegen: «Im Herbst 2025 haben wir ein neues signalisiertes Netzwerk aus vier Schneeschuhrouten und zwei Winterwanderwegen realisiert», erzählt Geschäftsführer Christian Spinnler. Das durchdachte Konzept mit einer Gesamtkostensumme von 37’000 Franken überzeugte die Fachjury des Post-Förderpreises. «Ausserdem ist die Schneesicherheit an diesem Standort mehrheitlich gegeben, was den Betrieb auf lange Sicht gewährleistet und die Investitionen somit rechtfertigt», erläutert Samuel Sigrist. Die beiden Winterwanderwege starten bei der auf 1’570 m ü. M. gelegenen Bergstation der Luftseilbahn Niederbauen. Der Hin- und Rückweg zum Hundschopf ist rund 4 Kilometer lang und kann in ca. 1 Stunde und 15 Minuten zurückgelegt werden. Die kürzere Option bis zur Alp Tritt und retour nimmt etwa eine halbe Stunde in Anspruch. Die Signalisation der beiden Winterwanderwege unterstützt die Schweizerische Post mit 8’000 Franken. Aufgrund der tiefen Schwierigkeitsstufe eignet sich das Angebot sowohl für Genusswanderer und Naturliebhaberinnen als auch für Familien mit Kindern.

    pd


    Verband Schweizer Wanderwege

    Ein Wanderwegnetz von über 65’000 Kilometern verbindet die schönsten Landschaften der Schweiz. Dieses weltweit einzigartige Angebot gehört zu den Erfolgen des Verbands Schweizer Wanderwege mit seinen 26 kantonalen Wanderweg-Fachorganisationen. Seit 1934 setzt sich der Verband für attraktive, sichere und einheitlich signalisierte Wanderwege ein. Zu unserer Arbeit gehören die Planung und die Qualitätssicherung der Wanderweginfrastruktur sowie die Information und Inspiration eines breiten Publikums mit Wandervorschlägen, Events und verschiedenen Publikationen.

    schweizer-wanderwege.ch

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